Essbare Wildpflanzen


Zur Stadt gehören auch die Wildpflanzen und ihre Verwendung. Wer einen Garten hat, wird feststellen, dass manch Wildes und Essbares seine Beete bevölkert. Anstatt das "Unkraut" zu eliminieren, wäre es überlegenswert, seinen Teller damit zu bevölkern oder den Mixer auf "wild" zu schalten.

 

Ich werde hier aus meinen Erfahrungen im Garten "Wildes und Ungereimtes" zum Besten geben. Da ich oft in der Stadtnatur unterwegs bin, schaue ich auch gerne über den Gartenhag hinaus. Entsprechend werden auch wilde Gesellen der städtischen Flora zur Sprache kommen.

 

Fangen wir mit dem linken Bild an:

Veronica persica, persischer Ehrenpreis, wächst im Garten gerne und oft. Ich verwende die jungen Triebspitzen von März bis Mai als Beilage zum Salat, für einen feinen Greensmoothie und als Teeaufguss. Die Blüten nehme ich als Dekoration und streue sie über den Salat. In gleicher Art sind die oft vorkommenden Arten V. hederifolia (Efeu-Ehrenpreis) und V. arvensis (Feld-Ehrenpreis) zu gebrauchen. Erstere finde ich ein sehr feines Kräutlein. Übrigens kann man alle auch trocknen und dann als Gewürz verwenden.



Im Garten

Cardamine hirsuta, behaartes Schaumkraut

Ich liebe dieses Kraut. Es wächst im Garten schon sehr früh und zeigt sich schnell, wenn der Schnee weg ist. Ich sammle die Pflanze ab Februar bis Ende April. Zuerst die Pflanzenrosette als Ganzes (die Grösse variiert stark) für Salat und den wilden Mixer (in Kombination mit anderem Grünen). Immer schön putzen und säubern, weil es vergilbte Blätter am Rosettenrand hat. Die Blüten nehme ich später und streue sie über den Salat oder einen Eintopf.

Stellaria media,

Vogelmiere

Im Garten ein oft nicht gerne gesehener Gast, weil er ganze Flächen bevölkert. Aber eben, essbar ist er und erst noch fein. Ein krafttrotzender Frühlingsgenuss. Nach der Schneeschmelze kommt er rasch in Fahrt und seine Triebspitzen sind ein herrlicher Genuss im Salat oder Smoothie. Ich verwende auch die Blüten dazu.

Inhaltsstoffe und gesundheitlicher Nutzen

Ich werde hier über die Inhaltsstoffe keine Angaben machen, ebensowenig über die gesundheitlichen Vorteile. Sie sind alle sehr gut in folgenden Bestimmungsbüchern beschrieben. Aus meiner Sicht sind die Bücher der beiden Autoren sehr hilfreich bei der Bestimmung der essbaren Wilfpflanzen. (Auf Bild klicken für Vergrösserung)



Taraxacum officinale, Löwenzahn

Die jungen Blätter (von innen nach aussen) bei der Rosette nehme ich für Salate und Smoothie's. Ich mag den leicht bitteren Geschmack dabei. Die geschlossenen Blütenköpfe, wenn sie noch fest sind, dünste ich jeweils mit anderem Gemüse zusammen. Die Blüten selber kommen bei mir über den Salat gestreut. Auch in Suppen, fein gehackt, finde ich ihn toll. Die Sammelzeit geht bei mir so Mitte März bis zur Blüte.

Aegopodium podagraria, gewöhnlicher Giersch

In vielen Gärten als lästiges Unkraut bekämpft, kommt er bei mir als Delikatesse auf den Teller. Von März bis April die Blattschösslinge und das ganze Jahr über die zarten Blätter zu Gemüsegerichten, Eintöpfen und Suppen. Lecker auch im Smoothie, schmeckt leicht nach Petersilie. Wenn man sich im Garten einen Bestand hält, kann man ihn auch zurückschneiden und er wächst nach. Die Blüten streue ich über den Salat. Im Wald oder im Park findet man ihn leicht in grösseren Beständen.

Alliaria petiolata, Knoblauchsrauke

Wenn er noch nicht wild im Garten wächst, sollte man im Herbst Samen sammeln und ihn aussäen. Man kann alles an ihm essen, sehr fein sind die jungen Blätter von April bis Juni - sie schmecken vorzüglich kleingehackt auf dem Butterbrot, in der Suppe oder in einem Gemüsereis. Auch Pesto habe ich daraus schon gemacht - lecker. Die Blüten nehme ich für Salate als Verzierung.



Geum urbanum, echte Nelkenwurz

Die zarten Blätter von März bis April nehme ich für Salate und für Gemüsegerichte. In einer Mischung mit anderen Grünzutaten für einen Smoothie finde ich sie noch fein. Die gelben Blüten sind als Dekoration über Salate gestreut noch toll. Im September habe ich auch schon die Wurzeln ausgegraben und getrocknet und sie als Gewürz verwendet. Ausprobieren.

Portulaca oleracea, europäischer Portulak

Soll ja die Omega3 Bombe schlechthin sein. Leicht säuerlich, aber fein gehackt im Salat perfekt oder als Vitmaningetränk im Mixer mit Früchten zusammen. Einmal im Garten, immer im Garten. Für viele Gärtner eine Plage, für Wildpflanzenliebhaber ein Genuss. Im April bis Mai sind die Blätter und Triebe am zartesten, Ich verwende ihn nur roh und gebe ihn nicht in irgendwelchen Gemüsegerichten oder Suppen bei.

Bellis perennis, Gänseblümchen

Die Blüten erscheinen schon sehr früh im Jahr - ab März. Ich verwende hingegen schon vorher die Rosette, indem ich sie aussteche und säubere und als Bestandteil für einen Smoothie nehme und als Beilage für Suppen. Die Blüten nehme ich in den Salat und lege dieses in Leinöl oder Olivenöl ein. Ich gebrauche das dann jeweils um Einreiben gegen Muskelverspannungen. Die Blüten und Blätter kann man bis in den Januar gebrauchen.



Viola tricolor, wildes Stiefmütterchen

Die Blüten von April bis September sind nicht nur schön anzusehen, sondern sind fein als essbare Dekoration über Salate oder Suppen gestreut. Die jungen Blätter und Triebe gebe ich in Gemüsegerichte bei und für Salate feingehackt oder in den Greensmoothie als Beigabe mit anderen grünen Freunden. Bei mir im Garten siedelt sich das Stiefmütterchen durch Selbstaussaat immer wieder von alleine an.

Oenothera biennis, gemeine Nachtkerze

Er wächst bei mir immer wieder an anderen Orten. Im ersten Jahr bildet er eine Rosette und im zweiten Jahr wächst die Pflanze zu einer mannshohen Pflanze heran. Die Samen nehme ich für ein Hafermüesli und der Rest kann sich selbst versamen. Die Samenausbeute ist noch  recht hoch. Die Blüten sind so schön, dass ich sie nicht esse, obschon sie fein wären. Hingegen von April bis Juni nehme ich die feinen Blätter als Gemüsebeilage. Irgendwann will ich mich mal an die Wurzel machen, sie soll ja eine Delikatesse sein.

Urtica dioica, grosse Brennessel

Die Brennessel ist ja eine alte Gemüsepflanze. Ich nutze sie wie Spinat. Wenn sie gekocht wird, verliert sie auch ihre Brennhaare und ist bedenkenlos zu geniessen. An die rohe Variante habe ich mich bis jetzt noch nicht gewagt. Mit einem Nudelholz kann man ja die Brennhaare durch abrollen entfernen . Ich verwende hingegen sehr gerne die ganz jungen Triebe ab April für Spinat oder in Gemüsegerichte.



Ranunculus ficaria, Scharbockskraut

Im März und April vor der Blüte sammle ich die grünen Blätter. Wegen des Protoanemonins, verwende ich dieses Wildkraut nicht in grossen Mengen. Und vor allem nicht, wenn es in Blüte steht, weil dann der Gehalt des Protoanemonins zunimmt. Aber keine Bange, du kannst dich nicht vergiften, wenn du kleine Mengen sammelst. Bei mir landen sie im Salat oder Smoothie.

Lapsana communis, gewöhnlicher Rainkohl

Von Juni bis August nehme ich die kleinen gelben Blüten als essbare Dekoration für den Salat. Er wächst bei mir in einer Ecke des Gartens und ich lasse ihm da freien Auslauf.

Verbena officinalis, gewöhnliches Eisenkraut

Das Eisenkraut ist bei mir mehr als Tee im Gebrauch. Ich nehme ab April bis Juli die jungen Blätter für einen Teeaufguss oder vorher eingelegt in warmes Wasser als Zutat für Salat, relativ bitter - ist es - das Kräutlein. Die Blüten, obschon klein, sind mehr für eine essbare Dekoration gedacht. Einmal im Garten aufgetaucht, ist er bei mir ein Einheimischer geworden.



Malva sylvestris, Wilde Malve

Wunderbar sind die weichen, grünen Früchte ab August. Ich knabbere sie jeweils roh, sie sind echt eine Delikatesse. Die Blütenknospen streue ich über Salate, ebenso die geöffneten Blüten. Die jungen Blätter schneide ich fein und gebe sie in Salate dazu oder in einen Smoothie.

Galinsoga ciliata, Franzosenkraut

Das Franzosenkraut nehme ich ab Juli bis September in einen Greensmoothie oder in Suppen als Beigabe. Zähe Stengel lasse ich aussen vor und nehme nur das Kraut. Bütenknospen und Blüten verwende ich in einem Salat als Beigabe.

Tipp

Stephen Baristow

Stephen Barstow ist der Guru in Sachen Vielfalt für den Salat. Der überzeugte Biogärtner experimentiert mit essbaren, mehrjährigen Pflanzen in seinem Garten nahe dem nördlichen Polarkreis.

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