Interview: Daniel Meli: Gründer von Permakultur Zürich - Weltverbesserer und Permakulturfreak


Bild: Daniel Meli

Daniel, Permakultur ist ein schillernder Begriff. Was verbirgt sich dahinter?

Für mich ist Permakultur eine Philosophie. Ein Querdenken, wie man anders mit der Natur umgehen und wie man ressourcenschonend Lebensmittel anbauen kann. Dabei geht es darum, die Natur genau zu beobachten und von ihr zu lernen. Mit ihr und nicht gegen sie zu arbeiten unter Einbezug des gesamten Ökosystems und deren Beachtung.

 

«Unsere Vision ist es in Zürich eine Gemeinschaft aufzubauen, die das Potenzial der Stadt erkennt und die Möglichkeiten für eine bessere Stadt ausschöpft.» Was ist konkret damit gemeint?

Ich möchte den Austausch für Interessierte an der Permakultur fördern. In der Stadt und im Kanton Zürich. Permakultur Zürich wurde ja erst im Jahr 2019 gestartet und primär geht es darum, ein Netzwerk von bestehenden und sich noch gründenden Projekten zu dokumentieren und aufzubauen. Dies über die Webseite und monatliche Treffen im Garten. Interessierte sind jederzeit willkommen mitzumachen. Man kann sich über die Webseite oder Facebook betreffend der Termine dazu informieren.

 

«Permakultur ist eine Philosophie, ein Querdenken, wie man mit der Natur anders umgehen kann»

 

«Lasst uns die Welt retten» ist euer Slogan. Mit Gartenarbeit soll das gelingen?

Ja, warum nicht. Jeder und jede von uns muss in Zukunft mehr dazu beitragen, dass unsere Erde nicht weiter zerstört wird. Und das kann im Garten seinen Anfang nehmen. Neue Perspektiven und Möglichkeiten für eine bessere Welt zu entwickeln, finde ich lohnenswert und Permakultur bietet hier einen sehr effektiven und naturverbundenen Ansatz.

 

Auf deiner Webseite suchst du Menschen, die ein Grundstück in der Stadt anbieten, um es nach Permakulturprinzipien zu bewirtschaften. Wie muss man sich das konkret vorstellen?

Wenn eine Person ein Grundstück hat, das sie nicht bewirtschaftet und von den Permakulturprinzipien überzeugt ist, können so Flächen für den sinnvollen Anbau von Lebensmitteln gewonnen werden. Das können auch Liegenschaftenverwaltungen sein oder private Hausbesitzer. Wir sind an einer Zusammenarbeit sehr interessiert. Eine Idee ist auch, dass sich Privatperson für den Erhalt der Natur und den Anbau von Gemüse im Garten interessieren und nicht auf eine staatliche Intervention hoffen und warten. Auf der Webseite werden laufend neue Projekte oder Initiativen auf einer Karte dokumentiert.

 

«Mein Anliegen ist es, neue Perspektiven und Möglichkeiten für eine bessere Welt zu initiieren. Permakultur bietet dafür einen umfassenden Ansatz»

 

Was möchtest du in Zukunft erreichen, was ist deine Vision?

Ich möchte einen sinnvollen Beitrag zur Veränderung unserer Gesellschaft beisteuern. Permakultur ist ein möglicher Ansatz dazu. Und dieser Ansatz geht weit über das Gärtnern hinaus und betrifft alle unsere Lebensbereiche. Ich möchte inspirieren, den Menschen einen Weg zu mehr Unabhängigkeit in der Lebensmittelversorgung aufzeigen und die Freude am gemeinsamen Gärtnern wecken.

 

 

 

rr/3.8.2019

 

 

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Zur Person

Daniel Meli, Gründer von Permakultur Zürich. Unsere Vision ist es in Zürich eine Gemeinschaft aufzubauen, die das Potenzial der Stadt erkennt und die Möglichkeiten für eine bessere Stadt ausschöpft. Unsere Motto gib nicht die Verantwortung ab für eine Veränderung, sei selbst die Veränderung. Denn wer die Welt verändern möchte, muss sich